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Zierschleife um den Hals

Überraschend der Abend so früh beginnt, die Arbeit ist getan, alle Vorhaben erledigt. Das Licht ist gedimmt, der Kerzenschein spiegelt sich im Raum. Warmes Licht erhellt nur ein wenig den Raum. Mit Rosenblättern geschmückt ist das Schlafgemach, doch erstreckt sich dieser Streich im ganzen Wohn- und Schlafbereich. Ein tückisches Spiel oder voll bewusst den Reiz des Abends geschaffen. Alles scheinbar unbewusst. Doch steckt ein raffinierter Plan dahinter, alles ist bis ins Kleinste ausgedacht. Das Kerzenlicht, die Blätter am Boden, der gute Duft, der im Raum der verteilt ist.

Es knistert schon in der Luft, auch wenn dazu kein Kaminfeuer brennt. Es sind Verlangen, die geweckt werden, das innere Lodern zu heißen Flammen heraufsteigen wird. Um die Vorherrschaft sich aneinander zu reiben, auch wenn sie nicht in Wirklichkeit zu sehen sind. Sie dennoch zu spüren, ein Vulkan zu entfachen, ja, das ist ihr Lebensinhalt, das Elixier, aus dem die Träume geschnürt sind. Zur Entfesselung bedarf es nicht viel, einen charmanten Blick, einen leidenschaftlichen Kuss. Die richtige Berührung zum geeigneten Augenblick.

Eines Zauberers gleich, es ist aber kein doppelter Boden zu sehen. Auf keine schwarze Wand, die man blickt, vor der man steht. Eine Bühne, die zu weit weg ist, wo der Augenschein für das Detail zu weit entfernt liegt. Kein Zauberstab, der seine Kreise zieht und bewusst den Gedanken in die falsche Richtung lenkt. Kein Seidentuch, das getragen wird. Einen blind nur mit Vertrauen in das Geschehen erwartungsvoll im Raume stehend auf die nächste Wahrnehmung hin in die Irre führt. Nur eines bleibt, die Zierschleife um den Hals, die als Präsent getragen wird. Signalisiert, ich gehöre dir für diesen Moment. Genieße mit mir die Zeit, ich bin heute Abend dafür bereit.

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Der Regen fällt unentwegt

Die Kirschblüten sind nass, der Regen fällt. Kalter Wind zieht durch das Blütendickicht. Gestern noch so schön im Sonnenschein, der Zauber war für einen Moment, es ist scheinbar erst einmal alles wieder vorbei. Die saftigen Straßen geschmückt und geziert, am Wegesrand von Kirschblüten, die blühen an der ganzen Straße entlang. Ein Farbenspiel, das es zu bewundern gilt. Traumhaft schön, wem es erlaubt ist, diesen Anblick zu sehen. Anmutig und fein in cremigen Farben, so zart und weich und duftend herrlich über den Wegesrand. Eine sommerliche Botschaft, die jeden berührt der die Natur mit seinen Facetten liebt.

Das Rauschen der Blätter, die sich in einem lauen Sommerwind drehen. Harmonisch im Einklang durch die Sonnenstrahlen gleitend, keiner Schmach sich hinzugeben, sondern zu Tanzen im blauen Hintergrund, alles so faszinierend und schön. So lebhaft und schön, keine tristen Äste, die alleine im Kahlen stehen. Bäume, die man schnell übersieht oder nicht sehen will. Viel mehr ist die Allee voll ausgeschmückt, als Eingang von einem Zirkuszelt das im Freien steht. Der Teppich, der dorthin führt, ist mit fallenden Kirschblättern besät.

Königlich der Zugang zum herrlichen Sommerspiel, doch nur für den einen Tag. Heute sieht es wieder ganz anders aus. Graupel und Schauer sind der Tageslohn für das Wetter, das uns umgibt. Zu schön war das frühe Festspiel, das man gesehen hat. Es ist eben April, der macht, was er will. Aber auch das gehört zu einem Jahresspiel. Darum genieße ich jeden Moment, der so intensiv innehält. Wer weiß, wann der nächste Moment in dieser Schönheit mich ereilt.

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Die Engel (Mann)

Die Nervosität steht in deinen Augen geschrieben, die Leidenschaft brodelt einem Vulkan gleich, tief in dir drinnen. Den Mut, den du dennoch hast, auf der Bühne zu stehen. Der Welt um dich herum deine Worte und Stimme leihst. Sie mit Worten verzaubern, zum Nachdenken bringst. Deinen eigenen Gefühlen dabei freien Lauf gibst. Faszinierend, welch Funkeln in deinem Auge steht. Nur das Licht von der Bühne oder doch das kleine Licht in dir selbst, das in die Freiheit will. Zu lange schon liegst du mit Worten verborgen, unbeachtet, keiner, der dich wirklich sieht. Nun hast du die Worte gefunden, die dir zur Freiheit verhelfen, die dunklen Gemäuer um dich herum einzureißen.

Dein Lächeln strahlt bis hin zu den Ohrenspitzen, der große Auftritt, das Rampenlicht, in dem du auch einmal stehst, die Menschen, die dich auf einmal sehen. Nicht nur deine Stimme oder den Worten, die du schriebst. Es ist dein Moment, du hast ihn dir verdient. Eine wunderbare Wende in dir selbst, mit Worten, die dir so lange an deiner Seite fest und treu zur Seite standen. In den Momenten, in denen du einsam warst und allein. Jetzt ist deine Zeit gekommen, nutze sie und fühle dich befreit.

Ich wünsche dir, dass alles in Erfüllung geht. Jeder Wunsch, den du bisher gewebt in deinem Gedankenspinnrad, das immer noch in einer geheimen Ecke steht. Flieg, Vöglein flieg, es ist deine Zeit. Schön das es noch Menschen gibt, die mit Worten dazu in der Lage sind, andere zu berühren. Und wenn man es in deiner Poesie ausdrückt, „kein neuer Eintrag bei Facebook oder neuer Tweet“. Sondern es geht um dich selbst und wer du wirklich bist.

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Die Robe fällt

Das Gesicht zur Hälfte verdeckt, die Robe getragen als Gewand, großzügig anliegend, weit gefallen bis zum Boden hin. Nur noch ein Spalt, der dazwischen liegt. Die Arme in den Ärmeln versteckt, das Haupthaar liegt über einem Auge, verdeckt die Stirn und Teile vom Gesicht. Die Dunkelheit liegt noch in den Straßen, wenig Menschen sind im Moment zu sehen. Vereinzelt wandern sie über die Straßen, niemand scheint sich zu kennen. Keiner irrt umher, vielmehr weiß jeder, wohin er will. Das einzige Licht, das auf die Straßen fällt, ist das noch helle Mondlicht, das sich auf dem feuchten Boden in den Pfützen leicht hell widerspiegelt.

Die ersten Geschäfte werden betreten, das Tagesgeschäft in den Gang gebracht. Die dunklen Wolken lösen sich, mit langsamen Schritten, brennt auch hier und dort das erste Licht. Die Waren in die Schaufenster gestellt. Die ersten Gerüche ziehen durch die Luft, von frischen Gebäcken aus den Stuben. Die schon früh in den Morgenstunden ihre Backwaren in die heißen Öfen zum Backen gelegt haben. Das Obst und Gemüse, vom Großmarkt einer riesigen Halle in kleine Transporter verpackt und inmitten der Stadt gebracht. Um auch an diesen Morgen auf nichts verzichten zu müssen, es genießen zu können.

Der frisch gepresste Orangensaft für den Gesundheitsbewussten, der Kaffee am Morgen für den Geschäftsmann, der mit klarem Verstand auf den Erfolg seines ersten Meetings hofft. Der Student, der mit dem Croissant in der Hand auf den Weg zur Uni ist. Die Stadt beginnt zu leben, jeden Moment kommt jemand hinzu, füllt das Gesamtbild, ein spannender Moment. Vorbei die Ruhe in der Dunkelheit am frühen Morgen. Die schützende Robe fällt, ein sommerliches Gewand entpuppt sich, lag verborgen unter dem nächtlichen Gewand. Bereit für den Tag und den ersten Sonnenstrahlen entgegen.

Die Frisur wird nun auch wieder elegant nach hinten getragen, hängt nicht mehr im Gesicht. Das Lächeln wird gezeigt, strahlt über alles hinweg. Ein aufrechter Gang, der nur so vor Selbstbewusstsein strotzt. Ein schöner Morgen, der so ruhig begann. Von den ersten Eindrücken bis hin zum Tagesgeschäft. Die Inspirationen und Gedanken, die fortan getragen etwas ganz Besonderes sind. Ein Schauspiel, das seines gleichen sucht. Ein schöner Moment, vielleicht sollte jeder einmal in den frühen Morgenstunden. Mit verdeckten Gesicht und einer Robe als Gewand, die Schauspiele betrachten und dabei genießen, was man sieht. Einem wie in einem Theaterstück dargeboten wird.

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Jammerlappen

Die Energien, die verschwendet werden, die Tatkraft, die dahinter steckt. Die Begeisterung am Selbst scheitern, sich mit anderen zu verbünden, die selbst noch nichts erreicht haben und auch nicht werden. Eine Symbiose, die eher eine Blase als ein erfolgreiches Unterfangen für die Zukunft ist. Das Jammern wie alte Lappen, die es nicht aus ihrer Spüle heraus geschafft haben. Die den Blick für die Ferne und dem Glück verloren haben. In trüben Gewässern baden und sich selbst bemitleiden, auf gemeinsamen Pfaden, die nicht über den Beckenrand hinaus ragen.

Was ist nur los mit euch Lappen, warum nutzt ihr eure Energie für die Trauer und Hoffnungslosigkeit, die ihr in euch tragt. Es ist an der Zeit, das trübe Becken zu verlassen, nach vorne zu blicken und das weit über den Tellerrand hinaus. Energiegeladen eine neue Perspektive fortan tragend als Tragfläche für die Thermik, die in die Lüfte führt. Nicht mehr am Boden nach Schätzen zu graben, die euch nur in eine Grube führt. In der ihr selbst vergebens liegt und selbst dafür sorgt, dass sie auch ja tief genug für euch ist. Der schlammige Untergrund, in dem ihr euch suhlt, in der Hoffnung, dass ihr auf den schimmernden Glanz trefft.

Es ist an der Zeit, den Blick wieder weit zu öffnen. Den Dreck aus den Augen zu reiben, zu verstehen, dass das Glück nicht in der Grube liegt. Es nichts bringt, in euren eigenen Tränen zu baden und das Leben damit verbringt, in eurer eigenen Trauer zu laben. Aufgeben könnt ihr immer noch ihr Lappen, steht endlich auf, streckt euren Kopf hoch in Richtung Himmelszelt, holt tief Luft und press die Brust heraus. Wie ein dicker Schild, der schon von weitem glänzt. Undurchdringlich einem stolzen Ritter gleich. Mit der Lanze in der Hand, in eine neue Richtung zeigt.

Genug gejammert ihr Lappen, auf geht’s in die Schlacht. Es ist noch genug Zeit, sein Leben zu drehen. Die Welt von oben zu sehen. Mit erhobenen Hauptes und stolzer Miene. Allen Gefahren und Hindernissen zu trotz, ihr schafft das mit dem Zepter in der Hand. Der inneren Kraft, die wie ein Feuer brennt, das bisher nur getränkt in der Lake eurer Tränen. Doch jetzt wird die Glut erneut entfacht, es geht in die Schlacht, in der es nichts zu verlieren gibt. Nur ein Sieg nach dem anderen zu erzielen gilt. Ich glaube an euch, ihr Lappen, es wird Zeit, dass ihr euch eure Wappen verdient. Mit denen ihr stolz und glücklich durch das Land zieht.