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Zahlenspiel

Die Nummern sind gezogen, alles richtet sich nach ihnen. Die Drehung der Fall, das Schicksal, das sich nun ergibt. Die Hoffnungen die geboren und dabei sterben, der oder die Glückliche, deren Leben sich nun dreht. Alles nur durch Zahlen, die gezogen worden sind. Millionen Menschen fiebern Woche für Woche auf den großen Gewinn, glauben daran, dass sich alles ändern wird. Die Not und die Perspektive, der Unmut und der Glaube daran, dass alles anders wird. Bestimmt für einen Moment lässt es sich beruhigter leben, befreit, wenn nicht gar geblendet von dem neuen Reichtum sein Leben hin zu ändern. Doch was es wirklich bewirkt, die Änderung, die sich schleichend einzieht, die Person einnimmt, verändert und der Preis dafür vielleicht die Einsamkeit fortan sein wird.

Sind es wirklich Gewinnzahlen, die uns ab jetzt begleiten, beginnt nun der Abschnitt des Lebens, den wir uns schon immer wünschten. Alle Sorgen und Nöte sind ab jetzt gelöst oder liegen verborgen, da das Leben sich von nun ab von der süßen Seite zeigt. Es wird sich zeigen, was von jeden übrig bleibt, welche Charakterzüge stärker werden, die Oberhand für sich gewinnen und ein neues Antlitz vielleicht entsteht. In der schönen neuen Welt, die durch Zahlen geprägt ist, sich darauf reduziert. Ein Schauspiel und Lebenslauf, der sich schneller einspielt, als man denkt, Wünsche, die erfüllt werden, neue Gefilde, die ab jetzt erobert sind. Doch was ist der Preis dafür, denn man nicht mit Geld bezahlen kann.

Ich hoffe nur, dass ihr glücklich seid und den Scharfsinn nicht verliert, wer ab jetzt an eurer Seite verweilt. Welch List und Tücke ihr ab jetzt ausgesetzt seid, andere Gefahren, die es vorher in der Form noch nicht persönlich gab. Doch jetzt seid auch ihr die Gejagten, von den Neidern und Jägern, die auf der Suche nach Opfern, wie ihr es seit sind. Ein anderer Weg, ein anderes Glück. Neue Sorgen auf einen neuen Weg. Die Zeit wird es zeigen, ob das Zahlenspiel das wahre Glück bedeutet, das euch fortan begleiten wird. Wer auch in der Zukunft noch an eurer Seite steht, was dabei auf der Strecke bleibt, verloren geht.

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Reise in Aussicht

Der Palmenstrand wurde schon ausgesucht, der Termin dafür steht. Ein Reiseziel, bei dem ein Wunsch in Erfüllung geht. Weite Sicht auf den Ozean, weißer Strand weit und breit. Alles ist harmonisch und schön, nichts verbaut oder überfüllt. Ein stiller Fleck am anderen Ende der Welt. Die Stimmung steigt, ein klares Ziel in Sicht, mehr als verdient nach so langer Zeit. Die Zeit der harten Schule, die Arbeitswelt in all seinen Facetten. Der Trubel um mich herum, die vielen Stunden, die im Büro verbracht und verloren sind. Es ist der Moment gekommen, auch wieder an sich selbst zu denken. Das Leben neu zu sortieren und die vielen Gedanken fallen zu lassen.

Eine Zeit, in der es gilt, sich selbst zu finden, mit der Kokosnuss in der Hand und gefüllt mit einem leckeren Drink. Die Weiten und den Meeresblick in vollen Zügen zu genießen. Der Meeresbrise tief einzusaugen, die Luft der Freiheit zu atmen. Unter den leichten Schatten der Urlaubsinsel zu sitzen, einfach mal gar nichts zu tun, außer natürlich das Leben zu genießen. Als Inselbaron, der sein Land genießt. Die fremde Kultur kennenlernt und dennoch deren Sprache mächtig ist. Ich mich hingeben werde dieser gelassenen Mentalität. Ein Inselgebiet, das inmitten des Karibischen Meeres liegt.

Nur ein Strohhut soll mich zu der Zeit kleiden und ein Stück Stoff für das Gemächt. Die Sonne bräunen und ein Lachen in das Urlaubsgesicht zaubern. Die Gedanken sortieren und mich völlig unbeschwert durch die Tage ziehen. Als fröhliches Treibgut auf meiner Reise in ein bis jetzt völlig fremdes Land und viele Kilometer von der eigenen Heimat entfernt. Der Urlaub liegt in greifbarer Nähe, es ist eine absehbare Zeit. Jeder Tag, der vergeht, bringt mich meinem Ziel ein Stück näher. Ich freue mich darauf.

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Schnipp schnapp

Die Haare sind verlegt, stehen zum Teil zu Berge. Es ist kein richtiger Schnitt zu sehen, alles liegt kreuz und quer und hängt im Gesicht. Irgendwie bedeckt es nur noch den Kopf, liegt verfilzt herum, es ist zu lang, ein neuer Schnitt muss her. Die Ideen entspringen wie fließendes Wasser aus einem Brunnen, welch neue Frisur wird sich ausgedacht, was steht mir besonders, was ist gerade Trend. Gehe ich mit der Zeit oder ist vielmehr wichtig, wie ich mich dabei fühle. Wenn ich jeden Morgen in den Spiegel sehen und mich selbst bewundere. Oder laufe ich dann eher von mit selbst weg, schalte das Licht im Bad erst gar nicht an.

Reicht ein Langhaarschnitt oder doch wieder kurz getragenes Haar. Vielleicht ein paar Strähnen für das Parkett. Oder lieber glatt und elegant für einen Abend in der Bar oder darf es vielleicht etwas gewagter sein. Die Gedanken spielen verrückt und die Möglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt. Für eine Glatze ist es noch zu kalt und die Haut zu hell. Der Punk steckt auch nicht in mir, also nichts mit auftoupiert. Die Farben, die es gibt, wirken unnatürlich und nicht echt, fallen also auch weg. Zumindest gibt es schon einmal eine Richtung. Kein Punkerschnitt und die Farben fallen weg.

Eine Mischung vielleicht, an den Seiten kurz und das Deckhaar lang, es muss nur gepflegt erscheinen, ansonsten ist die Auswahl lang. Den gepflegte Herrenschnitt sieht man auf den ersten Blick, lässt über die Person viel erkennen, wie viel Wert der Herr auf sich selbst legt. Ob ihm das gewisse Etwas auszustrahlen am Herzen liegt. Wie auch immer der Schnitt wird, schnipp schnapp, ein Teil der Haare kommen ab, eine freie Sicht, der Sommer beginnt. Nichts hängt in der Zukunft im Gesicht. Es ist die Welt, die einem zu Füßen liegt, schön, wenn man dabei alles sieht.

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Der Stratege

Die strategischen Sinne sind geschärft,
nichts wird dem Zufall überlassen,
alles wird versucht, vorherzusehen,
nichts dem Zufall überlassen,
jeder Weg wird in Betracht gezogen,
mit harten Bandagen gekämpft,
mit Ellenbogen der Weg freigemacht.

Die Konkurrenz wird mit Argusaugen,
auf all ihren Schritten betrachtet,
nichts wird verpasst, alles gehört dazu,
keine Nuance bleibt unbemerkt,
akribisch in die Strategie einkalkuliert,
kein Schritt bleibt unbedacht.

Wie erreicht man den größten Profit,
wie erlangt man auf schnellen Wegen,
Geld und Macht die ein Teil des Konzepts,
und Bestandteil des Vorhabens macht,
mit ausgeklügelter Raffinesse und Kalkül,
den Mitstreitern immer einen Schritt voraus.

Bilanz wird am Ende des Tages gezogen,
was hat der Tag gebracht, was ist erreicht,
gibt es vielleicht Streit der Mitbewerber,
oder Synergien auf dem Schlachtfeld,
auf dem es gilt, besser als alle zu sein,
auch wenn man dabei hohe Verluste,
als Teil seiner Strategie zutage,
bereit ist, diese auch zu verlieren.

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Wenn es Hagel schneit

Das Sonnenlicht durchbricht das schleiernde Wolkenbild, ein letzter Atemzug des Winters. Es hagelt und schneit, obwohl die Sonne scheint. Ein Machtkampf der Jahreszeiten, keiner will den anderen ziehen lassen, sondern will für sich selbst das Territorium gewinnen, nicht dem anderen überlassen. Doch der Winter, der so zaghaft war, erscheint nur noch mit seinen letzten Willen. Nicht vergessen zu werden, es gibt ihn noch, auch wenn dazu erst wieder eine lange Zeit vergehen muss. Es ist faszinierend mit anzusehen, welch Konstellation auf dem Schlachtfeld der Naturschauspiele sich offenbart. Ein Händeringen um die Vorherrschaft, die es zu verteidigen gilt.

Immer wieder wechseln die Vorherrschaften ab, es ist noch nicht gänzlich entschieden, wer heute oder die Tage danach das Rennen macht. Doch der Winter ist sehr schwach, hat seine Trümpfe bereits ausgespielt, es ist für seine Macht zu warm im Land. Jeder Versuch ist verdammt, sich aufzulösen. Die einzige Erinnerung, die bleibt, ist das schleiernde graue Gewand, das die Sicht auf die Sonnen verhindert, untersagt. Eines jedoch ist klar, dass dieser Winter keinen Sieg mehr davon tragend wird. Tapfer geschlagen in einer frühlingshaften Arena, in der das Gleichgewicht nicht ausgewogen ist.

Es ist der Weg dazu vorbereitet, sich geschlagen zu geben, dem Sommer entgegen mit großen Schritten zu wagen. Die Wolkendecke auszureißen und zu verstehen, dass die Zeit gekommen ist, in der die grauen Wolken nur noch selten zu sehen sind. Der Winter geht nicht für immer, zieht sich nur eine Zeit lang zurück. Oft kommt er zur nächsten Zeit dafür schlimmer. Kälter und eisiger, als so mach einem lieb. Es ist das Spiel der Gezeiten, wir werden es spüren und sehen. Und uns an diesen frühen Frühling ersehnt erinnern, wenn es gilt, die Mützen und Mäntel aus ihren Schränken zu ziehen, damit wir nicht erfrieren. Es kalt genug sein wird, dass es Hagel schneit.