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Feuertanz

Es lugt nur eine kleine Glut aus ihrem Versteck. Haspelt nach Luft, ist noch schwach aufgestellt. Doch mit jedem Atemzug wächst ihr Körper und wird dabei immer stärker. Mit dem Feuerblick hoch hinaus zu wollen, kein Hindernis scheint zu schwer. Wenn nur genügend Sauerstoff in den Lungen zum Leben und Wachsen verwendet wird. Die Glut ist schon eine kleine Flamme und peitscht wild um sich. Schwer im Zaum zu halten, nimmt erneut einen kräftigen Zug an Sauerstoff und verschlingt ihn gar als Leibgericht. Zug um Zug werden die wilden Flammen mehr ausgeprägt. Alles, was hierbei berührt wird, spürt die Hitze, wenn es nicht sogar selbst zum Glühen gebracht wird, bis es schlussendlich auch verbrannt wird.

Der Hunger hat kein Ende in Sicht, die Flammen werden immer größer, peitschen immer weiter auf alles, was sie umgibt. Jeder Hieb seine Spuren hinterlässt. Die Funken sprühen und hinterlassen verbrannte Striemen, alles wird eingenommen, heiß umgarnt, bis auch der letzte Widerstand bricht. Ein flammendes Unterfangen, bei dem es kein Entrinnen gibt. So lange der Grundstoff nicht versiegt, ist das Flammenmeer gewiss, immer mehr reihen sich dazu, jede Flamme will die Vorherrschaft. Ein Machtkampf, der losgelöst über Leichen geht. Von Weitem betrachtet es so harmlos wirkt.

Ein schöner Feuertanz ist von Weitem zu sehen, nicht zu spüren, welch heiße Hiebe schon ausgeführt sind. Auf die Bühne des Schauspiels herum niederschlagen. Alles glüht und noch mehr Hitze entsteht, die Flammen werden immer größer, kämpfen um ihr Hoheitsgebiet. So harmlos von Weitem, wenn man hinsieht, wirkt es als freundliches Flammenspiel. Tanzend einem Bauchtanz gleich, immer wieder Spitzen, die in die Höhe ragen, den dunklen Himmel der Nacht, so wundervoll kontrastreich. Dass dabei Leben genommen wird und alles verbrannt wird, ist erst einmal nicht bewusst. Dass er Narben und Asche hinterlässt, dieser Feuertanz.

Alles ist nun vorbei, der Tanz hat sich niedergelegt. Die Schlacht ist nun zu Ende, nichts gibt es mehr zu erringen, alles liegt brach, das Grundgerüst ist niedergebrannt. Der letzte Rauch, der aus den Aschebergen aufsteigt. Es war ein Feuertanz, wie er im Buche steht. Doch jetzt ist es vorbei, gewesen, alles gelöscht. Der Tanz keine Rolle mehr spielt, ein neues Leben entsteht, das eine andere Geschichte erzählt, die in der Zukunft spielt.

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Gedichte

Schlafe dich schön

Der Tag geht und verabschiedet sich,
die letzten Atemzüge im Sonnenlicht,
die Sonne erlischt am Horizont,
Dunkelheit zieht in das Land,
immer dunkler um mich herum.

Revue passiert der Tag noch einmal,
das Erlebte, Gesehene und Gefühlte,
das über den schönen Tag verteilt,
scheinbar eine Rolle spielte.

Es ist an der Zeit, die Augen zu schließen,
es ist schon spät, die Lieder werden schwer,
fallen als schwere Tore zu ihrem Gegenstück,
und schließen nahtlos ab. Welch schöner
Augenblick, wenn Ruhe in mich kehrt.

Die Sonne ist Weg und die Nacht,
ist nun mein enger Freund,
alles, was bunt war, ist nun grau,
verblasste Silhouetten im Schatten,
nichts erscheint mehr farbenfroh.

Das Gemüt liegt in der Horizontale,
alles entspannt von sich gestreckt,
Träume sind herzlichst eingeladen,
gespickt mit emotionalen Federn,
damit auch diese unvergesslich sind.

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Frühlingswind

Meine Augen sind geschlossen und ich fühle den Tag. Meine Augen lassen sich heute nicht täuschen oder beurteilen vorschnell an diesem Tag. Gebe mich meinen anderen Sinnen hin, nehme den Tag gezielt anders war. Spüren den leichten Frühlingswind, wie er über meine Arme streicht, meinen Körper berührt, bis über die Nase hinweg. Die Düfte mit sich tragend von frischen Gräsern, Blumen der besonderen Nuance des Frühlings. Ein herrlicher Duft, wohltuend und heimatverbunden. Die Erinnerungssynapsen werden gänzlich angestrengt. Es ist der Moment, in der die Sinne auf ihre Fähigkeiten getrimmt sind, mir eine andere Sicht auf die Umgebung verleihen.

Die Wärme auf meiner Haut lässt die Sonne grüßen, ich spüre sie intensiv, fühle mich wie in einer warmen Decke gehüllt. Doch ist es nicht die Wärme alleine, viel mehr das Gefühl, was mich dabei umgibt. Die Sicherheit und Geborgenheit, es liegt von jetzt ab in meinen Sinnen, mir geht es gut. So viele Geräusche, die mich umgeben, das fröhliche Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen in den hohen Gräsern, die Frösche am Teiche verteilt. Die spielenden Kinderstimmen, die mit Freunden am Spielplatz vereint, das Lachen der jungen Paare, die zu zweit durch den Frühling ziehen.

Ohne es wirklich zu sehen, die Augen sind noch geschlossen. Doch kann ich es dennoch erblicken. Ich schmücke mir die Situation aus, lasse mich von allem inspirieren, fühle die Umgebung, achte auf meine Sinne, bis das Bild immer klarer wird. Es liegt so viel Liebe und Freude in der Luft, der Frühling bewirkt so manches bei uns selbst. Eine andere Perspektive, ein anderer Blick und das auf dieselbe Stadt, den Ort oder auch das Land, in dem man lebt. Alles bekommt ein neues Gesicht, wenn die Sonne strahlt, die Farben und Gerüche durch die Landschaft getragen, ein anderes Bild ergibt.

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Gedankenpost

Den Wortspielen hingebungsvoll erlegen, im Segelboot sitzend, der Blick auf die Weite konzentriert. Kein Wort wird wirklich ausgesprochen, doch laut gedacht. Tiefer Wunsch, der verankert ist, Hoffnungen, die in einem leben. Der Schrei nach Liebe, der klanglos in den Himmel hallt. Immer wieder der nachdenkliche Blick in die Ferne, einer Pantomime gleich. Mimik und Gestik alleine reichen aus, um auch alles andere zu verstehen. Die Gefühle, die nicht zu verstecken sind, das Spiegelbild, das wir tragen nach außen hin.

Völlige Stille um uns herum, wenn der Blick in uns wandert und das Schauspiel beginnt. Liegen auf einer Wiese frei und in Wärme geborgen, mit dem Blick in die Zukunft und der Vergangenheit im Gepäck. Alles, was uns von jetzt ab bewegt, die eigenen Gedanken, die Welt, die wir uns schaffen, das, was wir uns vorstellen und erdenken können. Ein Konstrukt der Leidenschaften, die wir in uns hegen. Die verborgenen Talente und Sehnsüchte, die auf den Wegen, die wir sehen, ein ständiger Begleiter ist.

Die Gedanken wandern dabei umher, von einem Ort zum anderen. Eben war der Gedanke noch hier, schon ist er wieder fort, als Post versendet für ein anderes Ziel bestimmt. Es ist alles möglich, was wir uns wünschen, die Grenzen setzen wir uns selbst. Der Gedanke alleine daran ist ein Garant dafür, dass nur wir selbst diese Grenzen sehen. Nur ein Traum oder hat es mit dem wirklichen Leben zu tun. Was machen wir nur, wenn wir andere Gedanken sehen, erhalten als fremde Post, ein gedankliches Unterfangen, bei dem der Absender vorerst unbekannt ist.

Ein verrückter Gedanke, der dabei entsteht. Ist es einer Chiffre-Anzeige gleich, löst sich der Gedanke oder zeigt sich bei gegenseitigem Interesse auch die Person, die dahinter steht. Stehen dann die eigenen Tore offen und wird gemeinsam gesponnen in der Welt, die aus Träumen und Sehnsüchten besteht? Man wird sehen oder gar fühlen, wohin die Reise geht, dennoch sind die Tore nicht verschlossen, nur nicht ersichtlich auf den ersten Blick.

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Wenn der Wind sich dreht

Es stürmt schon die ganze Nacht, die tief grauen Wolken sind gespannt über das ganze Himmelszelt. Eine Manege, die keinen Eintritt verlangt, viel mehr geht man inmitten im Geschehen mit einem Schirm in der Hand, solange er dem Wind widerstehen kann. Es faucht und pfeift, die Naturgewalt ist nicht nur zu sehen, sondern man spürt sie am ganzen Leib. Es drückt einen in verschiedene Richtungen, je nach dem, in welche Richtung sich der Wind dreht. Das eigene Gewicht spielt dabei wohl nur eine geringe Rolle. Es wirft einen hin und her, als stehe man mit einem Bein auf einem Sockel und es eine Kunst dabei ist, geradezustehen.

Das getragene Gewand flattert wie wild umher einem Segel gleich, das seine Spannkraft verliert, da es nicht gespannt im richtigen Winde steht. Beinahe halterlos schnalzt das Ende des Mantels gegen das Bein, ein stürmischer Tag, es ist die Zeit, in der sich der Wind dreht. Die Sonne ist heute nicht zu sehen, immer noch verdeckt vom kräftigen naturgetreuen Naturschauspiel, das in der großen Manege seinen Auftritt hält. Keiner der Gäste, die diesem Schauspiel beiwohnen, bleiben davon unberührt, besonders, wenn sich immer wieder der Wind dabei dreht.

So viel Kraft geht dabei verloren, wenn man sich gegen ihn stellt. Ist es doch viel einfacher, sich hinzugeben und mit zu wehen, in eine gemeinsame Richtung, die nicht vorherbestimmt ist. Es erscheint alles wie von selbst geführt, das Schwingen in jede Richtung. Von der Kraft getragen, die um einen weht. Energiegeladen die Kraft nicht seine Wirkung verliert. Sondern geschickt genutzt, wird sie auf den neuen Weg etabliert, den man kurzfristig eingeschlagen hat, wenn der Wind sich dreht.

Gleite dahin, die Kleidung am Leib auch keine Rolle mehr spielt, nehme einen tiefen Atem. Den Wind in mich gesogen und tief in mir drinnen, energiegeladen nutze ich ihn, gebe fortan die Richtung an. Spanne innerlich meine Segel für eine Reise in das Unbestimmte. Die Segel sind nun neu gespannt und eine wunderschöne Reise beginnt, wenn der Wind sich in die richtige Richtung dreht.