Kategorien
Gedichte

Eiswürfel

Gefroren und gefangen im Eis,
zur Kühlung ausgestellt,
bei Bedarf auch schwimmend,
es liegt an der Tageszeit,
dem eingesetzten Augenblick,
Tageslicht oder Kerzenschein,
Dekoration oder Rampenlicht.

In viele Formen gab es dich,
in alles hat man dich gesteckt,
jeder Moment in Freiheit,
dein Dasein für immer nimmt,
genieße deine Zeit, in der du bist,
es ist nur für einen Augenblick.

Gefroren, bis du befreit bist,
dem Wohl es zu dienen gilt,
dich zum Schmelzen bewegt,
bis auch du völlig und flüssig,
aufgelöst bist und nicht,
im Eis ewig gefangen bist.

Ein letztes Drehen im Glas,
die kalte Schulter gezeigt,
schmollende Lippen benetzt,
ein letzter Blick in die Runde,
bis der letzte Weg zum Munde,
dein Ende bestimmt.

Kategorien
Gedichte

Strich und Papier

Der Notizblock steht neben dem Kaffee, die Sonne geht gerade auf. Der Einband ist dick und hart, schützt das Inner weich. Ein Blick in das pastellfarbene Schauspiel am Horizont, die Gedankenmaschine ist angestellt. Das harte Cover umgeklappt, den Stift daneben zur Hand. Es ist der Augenblick, in dem sich alles entscheidend verändern kann. Die Idee geboren, ein Gedanke verfasst für die Nachwelt. Eine geschaffene Idee, eine Konstruktion, eine Idee, vielleicht ein ökonomisches Prinzip, das die Welt auf den Kopf stellt. Alles beginnt mit einer Idee im Kopf. Vielleicht geboren bei einer Tasse Kaffee und den ruhigen Augenblick, als der Blick über den Horizont wandert und die Sonne dabei aufgeht.

Manchmal fühlt es sich an, als würde der Stift in der Hand von alleine geführt, so viel Energie steckt in der Hand. Das Wissen, das nun endlich hinaus will in die weite Welt. Die Linie und der Strich, der geführt ein Gebilde ergibt. Eine Verbesserung, eine Konstruktion oder doch nur ein paar Zeilen Text, vielleicht sogar ein paar romantische Zeilen, ein Gedicht. Die Möglichkeiten sind nur in der eigenen Auffassung begrenzt. Es glänzt vielleicht einmal über den Moment hinweg. Vielleicht wird aber nur eine Seite herausgerissen, ein Flieger gestaltet, ein Schwan nach Origami gefaltet. Ein weiterer Aspekt, der die Vielfalt, die in dieser Situation steckt, zum Vorschein bringen lässt.

Noch ein Strich auf dem Papier, ein Pfeil, der in eine Richtung zeigt. Der festgehaltene Gedanke, der nun schwarz auf weiß zu sehen ist. Die Option, die Strategie, die Vielseitigkeit. Die Worte, die überzeugen, andere aus der Reserve locken. Die Gefühle, die entfacht werden, die tief im Verborgenen liegen. Der Wunschzettel für die Zukunft, die Liste der Eigenschaften, für die man dankbar ist. Alles ist möglich, es liegt an einem selbst. Einfach ein Stück Papier in der Hand, nimm einen Stift und zeichne den ersten Strich.

Kategorien
Gedichte

Küsse den Regen

Es ist warm um uns herum, doch das Wetter ist verregnet und trüb. Stehen frei im Wald, unsere Körper nur leicht bedeckt. Der Sommerregen nieselt herab, Tropfen auf der Haut, ein schöner Moment. Linien zeichnen sich ab auf der Haut, rinnen herab zum Boden. Ein paar nasse Perlen bleiben auf der Haut. Ich küsse den leichten Regen von deiner Haut. Schmecke die Leidenschaft, die Liebe und den Sommer. Der Perlenschmuck, der nun verschluckt in mein Innerstes kehrt. Benetzt von oben herab, keine Stelle bleibt unbedeckt. Warme Körper anschmiegsam aneinander, Zeit spielt in diesem Moment keine Rolle mehr. Nur der Gedanke zählt, der Moment der im Jetzt erlebt wird.

Lauer Sommerwind streicht am Körper entlang, umwogt einfühlsam die leichte Gänsehaut, die im Reiz der Situation steht. Ein Sommertraum, der seinesgleichen sucht. Die Lippen berühren sich unentwegt und suchen den Dialog. Tauschen sich intensiv aus, erlebe das körperliche Glück mit der Intensität einer Bindung, die in diesem Moment als unzertrennlich gilt. Küsse den Regen von deiner Haut. Streiche durch das nasse Haar, zarter Griff in deinen Nacken. Die Nähe ist am ganzen Leib zu spüren. Der Atem auf der Haut, die Berührungen, der leichte Regen, der auf uns fällt. Ein unvergesslicher Augenblick, der tief im Bewusstsein wirkt.

Die gegenseitige Lust steigt in das Unermessliche, nur gekühlt durch den leichten Sommerwind und dem Regen, der auf die Körper fällt. Der Atem wird schwerer, die Leidenschaft intensiver, selbst der Regen spielt keine Rolle mehr. Ein körperlicher Dialog, der über die Grenzen hinweg in reiner Ekstase und Freude endet. Ein gegenseitiger fester Griff, die Körper innig aneinander, ein letztes Zucken, bis auch das wie eine Meereswelle am Strand ihr Ende findet. Ein letzter Kuss ganz zart, ein Streichen über den Kopf und dem Körper entlang. Eine Erfahrung, die auf ewig bindet.

Kategorien
Gedichte

Blütensamen

Die Blütensamen sind verteilt, vereinzelt fliegen noch ein paar durch die Gegend. Werden von Nerzbienen getragen an ihren Bestimmungsort oder liegen am Boden verteilt. Bis die Reise ein Ende hat und ein neues wundervolles Leben entsteht. Der Samen, der auf den Boden fällt, in die Erde dringt und sich dabei vergräbt. Mit Wasser getränkt sich einlebt, in seinem neuen zu Hause. Die erste Wurzel schlägt sich tief ins Erdreich, um sich zu entfalten. Die lebenserforderlichen Adern wurden in das Erdreich gelegt, um die Basis zu schaffen, als neues Leben aus dem Erdreich zu gelangen.

Ein faszinierendes Naturspiel, das sich im Erdreich zeigt, eine harmonisierende Symbiose auf eine wundervolle Art. Der erste Tag ist gekommen um das darüberliegende Erdreich zu durchstoßen, als erste Sprosse die noch etwas eingekrümmt ihren Weg zum Himmel sucht. Gelockt von den Sonnenstrahlen, die auf die Oberfläche treffen. Die Wärme darauf ragt bis in die ersten Tiefen in das Erdreich hinab. Ein Grund mehr sich aus der gekrümmten Haltung zu strecken und die Sonnenstrahlen aufzufangen. Das Lebenselixier, auf das die Geburt so lange auf sich hat warten lassen.

Die erste Spitze ist gerade aufgestellt, stolz und in einem saftigen Grün in die Höhe ragend. Kleine Blätter, die an den Seiten des Stängels getragen werden, rollen sich, wie ein Bühnenvorhang herab. Sie entfalten dabei ihre volle Größe. Schöner Kontrast ist dabei anzusehen, aus dem dunklen Morast aus dem ein neues Leben ragt. Auf den kleinen Blättern hängt noch der Morgenreif, der als geschmücktes Perlenkleid getragen wird. Funkelndes Gebilde, das in allen Farben die gebrochen sind weit über den dunklen Boden scheint.

Schöner Anblick, der zutage kommt. Dabei steht alles erst zu Beginn. Ein Anfang ist getan und das Blütenbild wird noch innen getragen. Der Zeitpunkt kommt, an dem auch diese innerliche Schönheit nach außen scheint. Allen gezeigt und die Nächsten angelockt, damit der Kreis sich schließt und die nächsten Blütensamen auf ihre Reise gehen. Ich schließe die Augen und halte diesen Moment fest, tragen ihn tief in mir drinnen und verweile noch einen Moment.

Kategorien
Gedichte

Salzträne

Der Blick aus dem Fenster,
in das Trübe am Himmel,
Stimmungsbild innerlich hängt,
dabei scheint dahinter die Sonne,
lang scheint der Moment dorthin,
Wolkengebilde, so weit man sieht,
die Wärme, die man vermisst,
in einem innehält.

Einst der Schatten im Blick,
die Gedanken sind gemalt,
geschwungenen Linien,
auf Keilrahmen gespannt,
nur der Maler selbst,
erkennt die gedachten,
Formen und Farben,
die dahinter stehen.

Die Tränensäcke sind gefüllt,
Freude und Schmerz tragend,
zu schwer für das Augenlied,
Salzträne verlässt das Becken,
in dem es gefangen galt,
rinnt entlang der Wange herab,
Haut zart und weich.

Die Gedanken wieder frei,
Augen nicht mehr schwer,
Dickicht am Himmel lichtend,
Sonnenstrahlen durchdringen,
das trübe Kunstwerk das in grau,
nicht mehr länger zu sehen ist.