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Gedichte

Balance der Gemüter

Aufgebrachte emotionale Winde,
wild umher stürmen sie durcheinander,
schaffen das Chaos, die Unruhe in uns,
reißen alles mit, was nicht feste ist,
nur was wahrhaftig verankert ist,
keine Chance, dagegen zu bestehen,
das Gleichgewicht ist gestört.

Ein Balanceakt der Verführung,
jeden Tag zeigt sich erneut ein Fenster,
das mit seinen Offerten lockend wirbt,
dekoriert, Lüste, die geboren werden,
ein Bedarf entsteht, der keiner ist,
fasziniert und gleichzeitig gefangen,
im Netzgespann der Verführung.

Denken wirklich, die Herren der Lage zu sein,
dass es nichts gibt, das uns lenken wird,
schon hat die Falle schnell zugeschnappt,
nicht einmal, das man es bemerkt,
schon werden wir hinweg transportiert,
in eine schöne Schein- und Glamourwelt,
die Gewichte dazu werden neu verteilt.

Der einen Seite mehr an Gewicht geschenkt,
schon löst sich die Balance, kein Gleichgewicht,
wenn eine Seite zu viel an Gewicht bekommt,
die Richtung nicht mehr stimmt, einer geht,
gar unaufhaltsam von der Kante fliegt,
die Gemüter sind verstimmt und keiner siegt,
wie wichtig es ist, den Kurs beizubehalten.

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Gedichte

Gefedert

Mit Teer übergossen und alleine,
so fühlt es sich manchmal an,
wenn alles über einen kommt,
und scheinbar nichts funktioniert,
überschüttet mit weißen Federn,
als Vogel, der nicht fliegen kann.

Die Arme auseinandergestreckt,
leicht in die Höhen ragend,
die klebrigen Federn am Leib,
sehen schwer verkümmert aus,
nur im Traum kann ich fliegen,
schwarzer Tag, wolkenbedeckt,
jeder Flugversuch scheitert kläglich.

Doch ist der eiserne Wille da,
das Ziel und die Freiheit so nah,
doch klebt das Federkleid fest,
jede Bewegung fällt schwer,
gefangen im eigenen Nest,
das Pech an einem tropft,
sammelt sich und wird mehr.

Geduld und Scharfsinn sind gefragt,
weiter zu kämpfen für den Tag,
an dem sich die Schwingen strecken,
man hoch in die Lüfte aufsteigt,
nichts mehr an einem klebt,
die Federn befreit im reinen Weiß,
von Weitem schon königlich glänzt.

Das Haupt wieder aufrecht gestreckt,
in die Höhe ragend und mit Stolz,
durch die Lüfte ziehend, erhaben,
völlig frei und mit weitem Blick,
über die Vergangenheit hinweg,
die einem so vieles abverlangt hat,
doch jetzt ist die Freiheit so nah.

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Gedichte Mehrteiler

Spiel mit der Klinge (1. Teil)

Mit dem Schwert in der Hand,
wollüstig ziehe ich durch das Gewand,
die Brust war nur halb bedeckt,
jetzt ist sie völlig frei, scharfer Schnitt,
butterweich, wie sie hindurch glitt,
ein Augenschmaus auf der Höhe,
schön anzusehen für den Moment.

Die Augen funkeln und sind angsterfüllt,
gleichzeitig angenehm angeregt,
nicht zu wissen, was passieren wird,
das Spiegelbild auf der Klinge an der Wange,
funkeln schön und ungemein scharf,
gefährliches Spiel zwischen den Geschlechtern,
doch ist das Verbotene anreizend schön.

Die Spannung liegt in der Luft,
es knistert förmlich und das ohne Kamin,
das Feuer erstreckt sich über beide Körper,
noch ist alles gegenseitig zu sehen,
ein Seidentuch in schwarz wird gezückt,
der Sichtbereich sanft umschlossen,
die Sicht ist verdeckt, nichts mehr zu sehen.

Metall wandert an der Brust entlang,
die Schmiede ist kalt und glatt,
die Aufregung steigt erneut, gespannt,
aufgeregt und verzückt am ganzen Körper,
es nichts zu sehen, was es besser macht,
die Härchen steigen wild in die Höhe,
jede Berührung ist wie eine Explosion.

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Gedichte

Undankbarkeit

Gesättigt und dick sitzend in der Ecke, dem geschenkten Pferd gründlich in das Maul gesehen. Ein Zahn in der Reihe steht krumm. Passt nicht perfekt zu der anderen Reihe. Das Fell ist fleckig, auch wenn es dem Gang keinen Nachteil abgewinnt. Dennoch reicht es nicht, dass der geschenkte Gaul mit Freude und Dankbarkeit entgegengenommen wird. Man hätte ihn gerne geliefert mit Schleife um den Hals, das Fell gestriegelt und genügend Futter für die nächste Zeit. Am besten man kommt drei Mal die Woche zur Pflege und kümmert sich auch um den Rest von dem Pferd. Es ist unglaublich, was mit den Menschen los ist. Es geht ihnen zu gut, es fehlt der Blick für die Realität.

Geblendet durch den täglichen Medienkonsum, bei dem ihnen alles impliziert wird. Was sie schmecken sollen, was sie tun. Was gut für sie ist und was sie tatsächlich brauchen, um glücklich zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie feststellen, ohne ihren Fernseher sind sie wieder ganz alleine. Besinnen sich vielleicht an den Tag zurück, als man ihn eine Freude machen wollte. Verantwortung übergebend, ein Leben, das fortan eine Rolle für sie spielen wird. Aber da war ja der eine Zahn, der krumm in der Reihe steht. Wie ein fauler Apfel im Obstregal, den keiner freiwillig wählt.

Lieber verzehren wir uns an allem Durchgekauten, schön angerichteten mit dem perfekten Glanz nach außen hin. Die glänzende Fassade, ohne Inhalt als leere Vase, die von nun an unser Gefilde ziert. Ein Sichtobjekt der Begierde. Ein Ersatzphallussymbol der Einsamkeit auf einem Tische stehend. Es geht uns doch gut, und wenn etwas aus der Reihe tanzt. Wird es abgelehnt und es wird nach dem anscheinend Perfekten ersehnt. Lupenrein und wunderschön anzusehen. So ist die Einsamkeit in der die Undankbarkeit für das, was man hat, sich von ihrer negativsten Seite zeigt. Hurra, ihr Mediensklaven, Bücklinge der Gesellschaft, deren Oberflächlichkeit aus jeder Pore sprießt. Ich danke auch für diese Erfahrung, ihr seid der Grund, warum ich jeden Tag Bestätigung dafür bekomme. Wie gut es mir geht und dankbar dafür bin.

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Auf den ersten Blick

Dieser eine Blick, wenn passiert,
man sich versteht ohne Worte,
sich zwei fremde Seelen verbinden,
miteinander tanzen und freuen,
als gehören sie feste zusammen,
eine besondere Verbindung,
nichts ist auf einmal fremd.

Trautes Zusammenspiel,
edle Gemüter völlig kindisch,
tollen sie umher, ungeniert,
Hand in Hand tanzen sie wild,
zu ihrer Melodie, die sie hören,
ein Freudentanz, sehr lieb,
wie füreinander bestimmt.

Eine schöne Melodie, die spielt,
geschrieben für die Ewigkeit,
vereint alles so einfach erscheint,
der Tanz alles verdrängt das stört,
das Lachen wie ein Zauber hallt,
alles in ihren Bann zieht,
ein Lächeln im dunklen lockt.

Reiche dir mein Leben als Pfand,
nur für diesen einen Tanz,
in der wir froh gemeinsam sind,
erfüllt mit dem was um uns passiert,
alles andere keine Bedeutung, hat,
das Hier und Jetzt ist das, was zählt,
glücklich befreit und sorgenfrei.