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Gedichte

Altes Gesicht

Angestrengtes Gesicht,
die Falten sitzen tief,
Furchen durch das Antlitz,
Denkerfalten gut verteilt,
Sorgen, die sich prägten,
Erlebnisse zeichneten,
der Maler ist bald weg.

Über alle Kerben hinweg,
schmitzt ein Lachen schön,
alles geschafft und überlebt,
den Stolz getragen im Gesicht,
war alles gar nicht so schlimm,
die Augenblicke waren so nah,
als unüberwindbar erschienen.

Blickst mit einem Lachen zurück,
auf die schöne erlebte Zeit,
die Ruhe die nach außen geht,
ganz erfüllt, in dir inne getragen,
geheimnisvoller versteckter Blick,
es ist soweit, genug getragen,
an der Zeit, würdevoll zu gehen.

Noch einen letzten Blick,
alle Erinnerungen durchdacht,
ein letztes Lächeln aufgesetzt,
die Hand, die dich noch hält,
bis auch diese Kraft schwindet,
es war ein schönes Leben,
die letzten Falten schließen.

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Blütenregen

Die Feuchtigkeit hängt an der Wange,
kleine Tropfen bilden sich entlang,
alles ist düster und grau, die Sonne weg,
alles ist so farblos und ohne Freude,
die Wolken hängen tief, ziehen vorbei,
alles bewegt sich langsam im Regen,
die Blüten bleiben heute verschlossen.

Schützen ihr Innerstes vor den Tropfen,
der Palast der für alle sonst geöffnet ist,
am Regentag behutsam eingepackt ist,
in den eleganten Blättern um den Palast,
Schönheit bewahrend, die im inneren steckt,
sonst fröhlich lockend den Tag hinweg,
jetzt im Verborgenen nicht zu sehen.

Perlen die hinab, an den Blättern gleitend,
am Stängel entlang, der das Schöne trägt,
ein Gesamtkunstwerk das genau durchdacht,
im Freien steht, sonst in der Sonne lacht,
heute sich dem Wetter beugen wird,
doch nutzten die Blüten den Augenblick,
sich zu tränken und wieder zu stärken.

Der nächste Sommertag steht schon bereit,
die Blüten wieder ihre Schönheit zeigen,
der Regenschutz, Blätter beiseitegelegt sind,
weit geöffnet, wartend auf den Tagesbeginn,
der Palast bis weit in die Ferne erglänzt,
bis eines Tages wieder der Regen fällt,
und ein Blütenregen auf dem Feld passiert.

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Verbrannt

Liebliche Sonne den Tag lang,
alles wirkt unbefangen und klar,
sie Sonne scheint überall hin,
niederlegt auf alles, was frei ist,
am liebsten auf die Haut fein,
schön ist es im Sonnenlicht,
die Tücke, die dahinter steht.

Die Sonne kennt kein Ende,
weiter scheint und scheint,
in das Gesicht, auf die Hände,
alles ist vermutlich schön,
Erwachen aus diesem Traum,
Erkenntnis folgt schon bald,
die Haut ist feuerrot.

Die heiße Sonnentatze,
am Körper entlang berührt,
eindeutige Spuren zu sehen,
feuerrot und heiß auf der Haut,
die Kehrseite der Medaille,
es brennt und ist sehr heiß,
gebrannt für diesen Moment.

Die erste Schicht ist hinüber,
verbrannt und verdorben,
Zeit, sich davon zu trennen,
eine neue Schicht wird geboren,
zu lange im schönen Sonnenlicht,
die Stärke völlig unterschätzt,
so trage ich den Peitschenhieb.

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Sterbend schön

Gereift unter fürsorglicher Pflege,
Sonne aufgesogen, prächtig entfacht,
eigene Farben zur Geltung gebracht,
gelockt mit herrlicher Blüte fein,
doch nur für eine gewisse Dauer,
bis der Schnitt das Leben trennt,
und ein weiterer Abschnitt beginnt.

Gewaschen, entzupft und gelegt,
mit Gleichgesinnten zusammen,
die das gleiche Schicksal erleben,
am selben Tag noch zügig verlegt,
eine unbestimmte Reise beginnt,
Gefilde der Händler und Feilscher,
die mit Sehnsucht alle erwarten.

Geschulte Augen blicken auf und ab,
kein Winkel bleibt dabei unentdeckt,
die Vielzahl ist dabei enorm und schön,
Individualität gegenüber der Norm,
nur die Schönsten werden gewählt,
zu einem Bund geformt, alle schön,
das neue Ziel wird bestimmt.

Am Ziel angekommen ist keine Zeit,
alles muss sehr zügig vorangehen,
in eine Vase platziert und geschmückt,
in Wasser getränkt für diesen Moment,
für ein paar schöne Stunden zu Tisch,
die Romanze ins Detail abrunden,
dieser Augenblick, sterbend schön.

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Zum Schluss der Vorhang

Die Bühne riecht nach altem Holz,
viele Schritte wurden darauf getan,
Masken aufgesetzt und gelacht,
in Rollen anderer geschlüpft,
Publikum regelrecht verzaubert,
in eine andere Welt gebracht,
auf der Bühne des Lebens.

Es ist ein reizvolles Theaterstück,
ein Stück aus dem wahren Leben,
die Akteure spielen ihre Rolle,
absolut kein Zweifel besteht,
dass das aus dem Leben kommt,
vielleicht schon selbst erlebt.

Das Rampenlicht leuchtet gezielt,
auf das Geschehen das wichtig ist,
die Zuschauer sind sehr gespannt,
wie es in diesem Stück weitergeht,
alles steht offen, kein Ende in Sicht,
es sind zu viele Fragen offen,
wie es nun wirklich vorangeht.

Die Spannung jedoch bleibt,
die Stimmung brodelt innerlich,
alles wurde bereits ausgemalt,
die Story innerlich weitergedacht,
als hätte man sie selbst erzählt,
schimmerndes Rampenlicht,
bis zum Schluss der Vorhang fällt.