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Gedichte

Steckenpferd

An dem langen hölzernen Stabe,
festgehangen mit langer Mähne,
das Lederzaumzeug im Maule,
die Augen weitblickend in die Ferne,
ein Lächeln über beide Bäckchen.

Aus Buchenholz schön geschnitzt,
erst die groben, dann die flachen,
Kanten, die im Gesichte aus dem Holze,
um den ganzen Kopfe herum ragten,
bis letztendlich das Antlitz ragte,
über das Grobe hinweg gesehen.

Nun erstrahlst du im vollen Glanze,
an einer langen hölzernen Lanze,
bestückt mit einem ledernen Sattel
und geschmiedeten Nieten herum,
ein paar schwebenden Locken,
die das Haupt fesch bestücken.

Schelmisches Lächeln im Gesichte,
vom Künstler geschnitzte Zierde,
ins Detail verliebte sich das Eisen,
das man in das Holze stemmte,
damit deine Schönheit erstrahle,
und für jedermann zu sehen ist.

Das kindliche Lachen erwecket dich,
in der Fantasie das Leben eingehaucht,
sehr weit in die Prärie hinausgetragen,
die Zügel feste in den kleinen Händen,
keine Ängste und keine Sorgen,
ein Ritt der Freude und Zufriedenheit.

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Aromanase

Der verschlafene erste Blick,
die Umgebung noch nicht klar,
es war eine erholsame Nacht,
tief und feste genoss ich sie,
wilde Träume und Gedanken,
so echt und doch nicht wahr.

Die Augen öffnen sich leicht,
gewöhne mich an das Licht,
ein schöner kalter Herbsttag,
so wie ich es sehr gerne hab,
wenn ich selbst rundherum,
in warmen dicken Decken bin.

Bewege mich zur Küche hin,
öffne lustvoll die Kaffeedose,
herrliches Aroma in der Nase,
der Morgen beginnt schön,
ruhig und in Harmonie,
frei für wunderbare Gedanken.

Das erste leichte Nippen,
noch einen tiefen Atemzug,
das Aroma ist überall verteilt,
als rufe man auf einer Empore,
den schönen Morgen heraus,
viele bunte Blätter zu sehen.

Der Morgenreif klammert sich,
hält die letzten Blüten fest,
wehrt sich gegen die Sonne,
die am Horizont wartend steht,
die zaghaft über die Felder streicht,
und die Kristalle von den Blüten löst.

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Lichtertanz

Die Kristalle stehen verteilt auf den Tischen,
das Fest beginnt in wenigen Augenblicken,
die vielen Leute, die geladen sind,
alles ist gespannt auf diesen Moment,
die Kerzen flackern auf den weißen Hussen,
eine aufgeregte Haltung im Publikum.

Die Blicke wandern schüchtern und froh,
freundlich und unnahbar über die Tische,
erwartungsvoll auf den ersten Gang,
den es heute zu verspeisen gilt,
nichts wird dem Zufall überlassen,
das Herzblut des Veranstalters pocht.

Alles ist so perfekt und toll arrangiert,
das Stimmungsbild gleicht einem Roman,
das Ambiente wundervoll abgestimmt,
jedes Detail im Areal ein Augenschmaus,
die Musik im Hintergrund rundet es ab,
ein Ensemble der Glückseligkeit.

Erlesener Wein wird dazu kredenzt,
in Weiß, Rosé und tiefem Burgunderrot,
frisch geschnittenes Baguette serviert,
gereicht in einem geflochtenen Korbe,
die Geschmäcker sind fein abgestimmt,
sodass jeder es wohlwollend wahrnimmt.

Der liebliche Wein benetzt die Lippen,
die Lichter im Festsaale beginnen zu tanzen,
spiegeln sich in den wertvollen Kristallen,
brechen das Licht unentwegt im Saale,
farbenfroher Lichtertanz, schön anzusehen,
welch schöner Abend, den wir erleben.

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Mit Worten bestückt

Einsamer Ritter auf deinen Pfaden,
Menschen begegnen dir jeden Tag,
Geschichten auf den Rücken tragend,
alle wollen sich von der Last befreien,
viel zu tragen über die lange Zeit,
ein Unterfangen für die Ewigkeit.

Gerüstet mit der Wortlanze,
einer Wortmauer, die stabil scheint,
an alles wird gedacht, Wortspiel,
wer hat sich das nur ausgedacht,
ist doch alles fiktiv in diesen Blick,
kein Wort davon ist wahr,
alles nur schelmisch ausgedacht.

Der Ritter reist durch das Land,
erlebt allerhand, von oben herab,
das Volk, das ihn zeitweise begleitet,
von der Einsamkeit hin ablenkt,
geschützt in seiner Rüstung,
verkratzt und spiegelnd im Licht.

Zu viele Schlachten geschlagen,
als dass ohne Kerben vonstatten,
über die lange Zeit gut gehen wird,
jeder Streich über den Schutzpanzer,
nimmt etwas von dem Glanze,
bis auch diese Rüstung fällt.

Die Reisen haben dann ein Ende,
kein Wortgefecht wird mehr ausgetragen,
die ersehnte Ruhe, die endlich einkehrt,
freie Momente, die es zu genießen gilt,
den mit sich getragenen Gedanken,
die ewige Freiheit für immer schenkt.

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Regenpeitsche

Es ist im Moment kalt und nass,
die Wolken hängen tief und grau,
der Blick in die Ferne ist nicht weit,
alles um mich herum ist trüb,
immer wieder regnet es unentwegt.

Der laue Sommerwind ist versiegt,
deren schönen Herbst Sonnenstrahlen,
heute im Trüben nicht zu sehen sind,
winde feste meinen Mantel um mich,
er gibt mir Wärme und Geborgenheit.

Stülpe den Kragen weit nach oben,
der ganze Hals ist nun geschützt,
die Regenpeitsche trifft mich nicht,
an einer empfindlichen Stelle,
lache ihr dabei frech ins Gesicht.

Ist das alles, was zu bieten hast,
mickriger Schauer um mich herum,
begleitet von einem kleinen Sturm,
doch macht es mir nichts aus,
die Wärme, die ich in mir trage,
reicht auch nach außen hin.

Beginne zu lachen und zu tanzen,
der Regen ist mein Publikum,
trage Glück und Zufriedenheit,
tief in mir lieblich verborgen,
schaffe meinen eigenen Frühling,
auch wenn gerade der Herbst beginnt.

Die bunten Blätter um mich herum,
drehen sich wie elegante Statisten,
auf einer großen Bühne um mich,
die Liebe und das Herz, das ich trage,
ungeschützt und dabei lachend,
Harmonie liebend nach außen hin.