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Kirschblüten fallen

Tau nährte euch in der Morgenstunde, reinigte die Blätter, berührte innig allesamt von oben herab. Entlang der gemeinschaftlichen Silhouetten. Getragen an einem dicken Stamm, verästelt in alle Richtungen hinweg. Immer mit dem Wunsch der Sonne entgegen, wenn sie täglich am Horizont erscheint. Die ersten Strahlen über die Berge hinweg in die Täler scheinen, alles aus seinem Tiefschlaf erweckt. Die Blätter sich langsam entfalten, jedes einzelne streckt sich über das ganze Maß hinweg.

Es gilt, sich zu laben in einem herrlichen Sommerkleid, das mit einem Süßen Nektar in sich lockend. Pollen anhängend an ein schönes Bienenkleid sich in den Vordergrund stellt. Es fortan weiter getragen, die Vereinigung übernimmt die Verantwortung, dass dieses Spiel immer wieder passiert. Es ist der Sommer, der in voller Blüte steht, der Liebestanz eröffnet ist, die Hochsaison im Mittelpunkt steht.

Doch wenn die Kirschblüten fallen, ist auch dieser Tanz vorbei. Der Glanz der einst in die Welt hinein schien, verblasst, verliert an Farbe, fällt zu Boden. Liegt neben gleichgesinnten Schönheiten, deren Zeit nun vorbei. Der Vorhang fällt, das Baumkleid verliert das Farbende Kleid, das ihn so geschmückt, großartig gezeigt, von Weitem war alles zu sehen. Die Bienen kamen von nah und weit, nur sich in dieser Schönheit zu laben, verwöhnt zu werden mit zuckersüßen Safte.

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Punkt

Wenn der Tag geht, das Sonnenlicht verstummt und die Nacht hereinzieht. Die Farben verblassen und das künstliche Licht seinen Siegeszug anstrebt. Die nächtlichen Gemüter sich in das Freie wagen, sich wohlfühlen und ungeniert in der Nacht zeigen. Auf der Jagd nach dem, was ihnen noch fremd. Lüstend durch die Kneipen ziehen. Mit dem Ziel, nicht alleine zu gehen, für jemanden das Sonnenlicht zu sein, das nur im Herzen scheint.

Die Stunden vergehen, nichts ist, wie es bleibt, der Widerspruch an sich besteht. Über die ganze Zeit hinweg, in der das reale Sonnenlicht fehlt. Scharfe Blicke wandern über das Parkett, fast adrett wandern sie über die Arena hinweg. Auf der Suche nach dem passenden Gegenstück für diesen Augenblick. Es ist das Knistern in der Luft, das die Stimmung hebt, einen fasziniert auf der Jagd nach dem Unbekannten, das einem lieb.

Die Gläser werden gefüllt, die Mundwinkel heben sich, ein freundliches Antlitz entsteht. Lockender Blick in die Runde. Die Sender sind auf Empfang gestellt, blicken über das Feld. Das Feld der Begierde, der Anspruch sinkt. Die Zeit vergeht weiterhin, alles blickt in einem Frohsinn in die Runde. Es ist kein Ende zu sehen.

Es ist der Punkt seinen gegenüberzusehen, tief in seine Seele. Alles auf das Wesentliche beschränkt. Es zählt nur noch, wer sich wirklich versteht, bis zu einem Punkt. In den der Weg nur noch ein gemeinsames Ziel kennt. Traute Zweisamkeit, in der beide bereit, sich zu öffnen für diesen Augenblick. Sich intensiv wahrzunehmen und ohne Hemmungen das Verlangen auszuleben.

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Fließend

Mit dem Strom schwimmend um jedes Hindernis herum. Der Weg sich in das Meer bahnt, alles um einen herum in einen fließenden Strom. Miteinander gehangen, neue Wege erschließend, bekannte vertiefend. Alles ist in einem Fluss, der immer größer wird. Es ist ein Strom, der sich bildet, einem an sein Ziel führen wird. Alles mit einem Tropfen begann, sich einer an den anderen fügt, alle zusammen als starke Kraft. Sich seinen Weg erkämpft, gemeinsam sind sie stark.

Durch die Natur querfeldein, durch die Luft und in das Meer. Überall gibt es die Bewegung in einem ständigen Wandel, in alle Richtungen, jedem, wie es einem beliebt. Ob salzig oder süß, es wird unaufhaltbar sein. Ob Stock oder Stein, Erdreich oder in den Gezeiten. Ob Ebbe oder Flut, es fließt jeden Tag, auch in der Nacht. Nimmt jede nur erdenkliche Form an, eine lebendige Art, sich zu bewegen, Strömungen zu erzeugen. Es viele Höhen und auch Tiefen gibt.

Man sich so lange auf einer Reise begibt, solange man fließt. Es auch andere Ziele und Reisen gibt, indem man gegen den Strom schwimmt. Hauptsache, dass man dazu in der Lage ist, nicht versiegt auf dem eingeschlagenen Weg. Bewusst darüber ist, wie man Wellen schlägt. Bewegung wichtig ist, damit man nicht als stilles Gewässer verlebt. Sich der Frische entzieht, einem die Kraft fehlt, weil man nicht mehr in der Lage ist, gefangen in einem Trott.

Alt und modrig ist und die großen Gewässer unerreichbar sind. Es ist noch nicht zu spät, die großen Ozeane zu sehen, die Gefilde und Gewässer, die einem bekannt sind, zu verlassen. Mit zu schwimmen, zu fließen in das, was einem bisher unbekannt. Alles zu entdecken, was einem fremd, es ist an der Zeit, seinen eigenen Weg zu schwimmen. Tropfen um uns herum, eine Zeit lang begleiten, solange es ein gemeinsamer Weg sein mag. Ich mache mir keine Sorgen, es überall Wasser gibt, in dem man leben kann. Eine schöne, spannende Zeit, der Sommer kommt. Vieles verspricht.

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Violine

Die Backe liegt samt auf deinen Körper, gebettet in einer Schale, die sich an das Gesicht schmiegt. Bequem liegend beginnt eine Bindung zwischen Instrument und der Spielerin. In der einen Hand einen Bogen, fein gespannt und mit einem Schwung gezogen über das filigrane Instrument. Der ganze Körper bewegt sich einfühlsam in Wogen, keiner spielt in einem geraden Stand. Man wird eins mit dem Instrument, schwingt gemeinsam schöner Melodien entgegen. Geführt von Hand, der Klang im Bauch getragen, der zum Vorschein kommt.

Die andere Hand wiederum stimmt elegant die Seiten, die am Halse gelegen im Einklang mit der Melodie, die durch den Bogen gezogen. Erst das Zusammenspiel in Synergie lässt eine Symphonie erklingen. Erobert die Herzen der Zuhörer, die im Saale diesem Schauspiel zu Gast, jeder Schwung, der filigran gezogen, als emotionale Peitsche in den Raum trifft. Kein Ton geht spurlos vorbei und hinterlässt seine Spuren, die niemand vergisst.

Wie verzaubernd und mit Gefühlen geladen doch Musik ist, selbst in Gedanken getragen, in uns selbst ein Manifest auslöst. Bei dem wir selbst zu Gast, der Tribühne ganz nahe. Lassen uns fallen, werden in der Melodie, die uns umgibt, gefangen, getragen durch den ganzen Abend hinweg. Eine Welt, die man betritt, die keine Wünsche und Träume offen lässt. Bis der Bogen zu Ende gezogen und das Licht auf der Bühne erlischt. Die schöne Melodie doch in uns weitergetragen wird, in unserer Erinnerung weiter lebt.

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Wege

Wege kommen, Wege, die man geht. Jeden Tag zeigt sich ein neuer Pfad. Welchen wir gehen und wohin uns der Weg führen wird, wir erst sehen, wenn wir ihn gehen. Oft ist ein Ende nicht zu sehen, viel mehr nur eine Richtung, wohin uns das letztendlich führt, steht in den Sternen geschrieben. Weitere Wege führen uns vielleicht ab, vom geplanten Pfad, der Weg, der einst als richtig in uns vorschwebt.

Es so viele Richtungen gibt und täglich gibt es neue auf unseren Weg. Am Ende unseres Lebens ein eigenes Labyrinth, das wir geschaffen, getragen durch unsere Entscheidungen und Schicksale, die uns beschaffen, gar gerüstet haben für diese Wege. Es rückblickend alles einen Sinn ergibt, was wir erlebt, es nur Zeit braucht, bis man den wahren Sinn darin versteht. Wohin uns das alles führen kann, wenn wir dazu bereit, in einer Zeit, in der es viele Wege gibt. Es an uns selbst liegt, welche Entscheidung uns in eine weitere Richtung schiebt.

Die Laufbahnen, die wir dabei ziehen, aus Erfahrung geprägt. Es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur unseren eigenen Weg. Den wir selbst bestimmend auf unserem Lebensweg. Wie schön es doch ist und es in uns bestrebt, wenn sich die Wege treffen mit einem Menschen, der uns liebt. Vieles leichter erscheint, man ist nicht allein, es dennoch nicht einfach ist. Ist man dazu bereit, kann es wundervoll sein, den gemeinsamen Weg als einen zu sehen.