Kategorien
Gedichte

Marionetten

An dünnen Fäden hängt euer Leben, ihr bewegt euch, wie man euch führt. Tanzt, springt und verbeugt euch, wenn man es will. Eine klare Führung, die ihr braucht, ihr, an euren Fäden, durch die ihr euch abhängig macht. Eure Bühne ist begrenzt, der Horizont nur so weit, wie man euch blicken lässt. Aber hebt nur wieder ein Bein, weil man euch das befiehlt, hebt die Arme in die Höhe. Verneigt euch vor denen, die mit einem Schmunzeln im Gesicht nicht mit euch lachen, sondern euch aus.

Ihr seid auch keine Unikate, sondern Figuren in einem falschen Kostüm. Schlecht geschminkt und der Rest wirkt auch nicht echt. Was ist nur auf der Bühne passiert, dass alle wild umher, geführt an einem Strang durch die Gegend springen. Sich ineinander verheddern, bis es keine Trennung mehr geben kann. Ein Faden reißt, andere folgen, bis die Führung ausbleibt. Es ist der Moment, indem alles aus dem Gleichgewicht gerät. Die Figuren über sich selbst stolpern und jeder versucht, sich an seinen letzten Faden zu klammern.

Alles doch nur Theater, einer wird bestimmt kommen, der alles wieder auseinander bringt. Die Fäden neu spannt und alles von vorne beginnt. Ein neues Stück beginnt, die Bühne ist wieder frei. Geschichten wiederholen sich, neue werden erzählt, gar gezeigt. Eines daran ändert sich jedoch nicht, keiner von euch ist in seiner Erscheinung echt, ihr Marionetten.

Keiner, der von euch die Geschichte prägt, nur ein Statist ist in einem großen Spiel. Bis der Tag gekommen ist, an dem man auch euch ersetzt. Es ist an der Zeit, dass ihr selbst die Fäden trennt. Die Schminke und Fassade aus eurem Gesicht wischt und endlich beginnt, die Führung für euer Leben zu übernehmen. Also zögert nicht, die Bühne ist groß genug und für alle frei.

Kategorien
Gedichte

Flügelschlag

Die Richtung ändert sich, Schlag um Schlag schneiden die Flügel durch die Luft. Wirbeln um sich herum, alles ist durcheinander. Kraftvoll mit jedem Schwung, allen Wettern entgegen und Hindernissen. Wie viel Kraft es auch kosten mag, das Ziel ist klar, das es zu erreichen gilt. Wie viele Schläge es auch bedarf, wie viel Zeit auch vergehen mag. Doch bevor der letzte Flügelschlag getan, die Freiheit einen umgibt. Die Ruhe in einen kehrt, die Last einem von den Schultern fallen wird.

Der Sonne entgegen, durch das Wolkendickicht hindurch. Frei wie ein Vogel, geschmeidig durch die Lüfte ziehen. Die Wünsche und Träume, die bis dahin im Verborgenen schien, beginnen nun zu leben und das in vollen Zügen. Nasses Federkleid, zu lange getragen, die Sonne in mir reichte nicht aus, das Gefieder an mir wieder trocken zu tragen. Durch das Dickicht brechen einzelne Sonnenstrahlen hindurch, streifen mein Federkleid, es beginnt zu trocken. Im Glanze zu scheinen, Meeresperlen gleich, die man frisch gefangen in den Händen hält. Bis dass der letzte Tropfen an ihnen herabrinnt und die harmonischen Farbe zur Geltung kommt.

Es dauert nicht mehr lang, bis das Gefieder wieder im neuen Glanze erscheint. Bereit die Schwingen in die Lüfte zu strecken, kraftvoll durchzustarten, Neues zu sehen. In die Lüfte unbeschwert zu steigen, wieder den Fokus auf einen selbst zu sehen. Das ist die Zeit, in der das Federkleid nicht mehr nass getragen wird, sondern es durch die Lüfte gleiten wird. Die Zeit ist dafür reif, die Freiheit wieder zu leben, die so sehr gefehlt. Nur noch in Erinnerung getragen, beinahe als vergessen galt.

Kategorien
Gedichte

Sanfte Klänge

Der Tastenanschlag ist kaum zu spüren, die Klänge sind weich und zart. Die Klänge erschallen durch das schöne Ambiente. In Harmonie geführt, durch den Geiste inspiriert, ein Gesamtbild entsteht, eine wundervolle Melodie erklingt. Träume werden geboren, die Erinnerung stimmt unser Gemüt, der Verstand sich zu entspannen beginnt. Streichinstrumente im Hintergrund runden die klangliche Reise wundervoll ab. Wie schön doch Musik ist, uns fesselt, emotional ein Theaterstück spielt. Die Klänge ziehen durch den Raum, als gäbe es keine Mauern
um einen herum.

Im Einklang mit der Musik, der Geist sich entfalten kann. Ziele entdecken, die Kreativität wird erneut geweckt, sich fallen zu lassen. Ich werde neue Schlösser bauen, die meiner Fantasie entspringen. Ich schmücke mir alles sehr schön aus, es sind keine Grenzen gesetzt. Schon bald sind meine Schlösser Wirklichkeit. Der Glaube allein oft Berge versetzt. Es fühlt sich wunderbar an, wenn man selbst der Architekt ist. Keine Kompromisse eingeht und sich selbst ins Staunen versetzt.

Wozu man selbst doch in der Lage ist, alle Zweifel und Ängste sind verflogen. Wenn man sich seinen Träumen hingibt. Das Ziel darin verborgen liegt, die Träume in die Realität zu heben. Die Schlösser zu bewohnen, seine Ziele zu erreichen und seine Träume zu leben. Kein Wunsch ist hierbei als unerreichbar anzusehen, nichts ist unmöglich in unserer Realität. Schmieden wir selbst an unserer Zukunft und das Tag für Tag. Harmonie und Frohsinn es dazu bedarf, das Glück dazu kommt von allein. Keine Sorgen hat mehr Gewicht, es ist in keinem Maße zu sehen. Viel mehr das Gefühl, das in uns inne herrscht.

Kategorien
Gedichte

Fernes Ufer

Wie die Holzplanken wartend in der Sonne schwitzen, aneinandergereiht der Sonne gegenübergestellt. Die Hitze legt sich nieder, kein Entrinnen ist in Sicht, kein Schatten, der kühlt, oder eine Wolke, die ein wenig Abkühlung verspricht. Die dunklen Planken saugen die Wärme auf, wie ein hungriger Schwamm, der nach Feuchtigkeit lechzend, auf das Objekt der Begierde fixiert ist. Nur noch einen Wunsch in sich inne trägt. Sich zu tränken, die Trockenheit zu verlieren. Ein feuchtes Element in sich tragend, im Sonnenlicht tanzend.

Weit und breit sind keine Wellen zu sehen, alles ringt nach einem kühlen Hauch, ein wenig Luft, indem noch ein wenig Leben herrscht. Die Wärme ist gut verteilt, alles im Angesicht des Sonnenlichts. Niemand, der in sie blickt, ist davor gefeit, in den Feuerball zu blicken, der unsere Erde wärmt. Das Leben jeden Tag erweckt, gar erst möglich macht. Nur gut, dass diese Energie seine Distanz wart. So schön es auch ist, verbrennen wir uns daran, enden qualvoll, wenn durch distanzierte Nähe eine Liebe wird, die keine Nähe verträgt.

Wer sich öffnet und die Wärme spüren will, der sollte mit Bedacht die Nähe wählen. Es lässt sich nicht kontrollieren, schon viele haben sich dabei die Finger verbrannt. Und nicht nur die Finger, das als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl galt. So mancher zerrt sein Leben lang an den Narben, an denen er sich verbrannt hat. Sei zufrieden mit dem, was du hast, es ist dein Leben, mache das Schönste und Beste daraus. Es gilt niemanden zu besiegen, es zählt allein das du glücklich bist. Wie viel Nähe und Wärme das ist, bestimmst du selbst. Mit deinem Bewusstsein und wie viel Hitze du verträgst.

Kategorien
Gedichte

Kirschsplitter

Rote Rundung, prall gefüllt. Die Sonne in dir tragend, glänzend fein, keine Kanten zu sehen. Reif und saftig hängst du in der Luft. Tiefe Rottöne umgeben dein Antlitz, poliert es nach außen scheint. Ein schönes Gebilde in der freien Luft. Der blaue Himmel im Hintergrund, der Wind bewegt deinen runden Korpus, harmonisch, Meereswellen gleich. Die letzten Tage reizt du an der Stange, bis deine Schönheit auf den Boden fällt. Oder du so sehr lockst, dass man dir nicht widerstehen kann und du verschlungen wirst.

Gepflügt deines Gleichen in einem schönen Korb. Der gemusterte Hintergrund euch in Szene setzt, alle vereint, ihr ein schönes Gebilde ergebt. Die Zeit ist reif, die Knospen der Geschmäcker zu inspirieren, die Süße in euch breit zu verteilen. Freude in den Gemütern zu lösen, Sinne zu entfalten. Bis auf die Kerne, die ihr in euch tragt, sie fliegen hinweg, schaffen die neue Saat, damit euer Bestand auch in Zukunft existiert.

Jeder Geschmack sich nur in der Nuance unterscheidet, jeder kleine Happen erneut ein toller Geschmack. So oft erlebt, immer wieder erneut ein Lächeln auf den Lippen zaubern wird. Als Liebesfrucht wirst du auch oft genutzt. An den Mund herangetragen, oft in Liebesschwelgen getaucht, manchmal auch in Unvernunft. So mach eine Liebesgeschichte schon entfacht, begleitet, unvergessen gemacht. Süßer, sinnlicher Geschmack, der die Leidenschaft an das Tageslicht führt.

Der Nektar an den Lippen nach einen Biss entlang rinnt, betörender Duft die Lippen verführt und lockt. Dem Gegenüber in die Liebesfalle verführt. Ein Biss, gegenseitiges Liebkosen, der darauf folgende Kuss, der unvergessen bleibt. Ein Splitter, der sich in unserem Herzen festsetzt, durch reizvolle Kirschen ausgelöst.