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Gedichte

Samtpeitsche

Leicht in der Hand und weich,
wohl geformt und hellweiß,
nicht geschaffen für Schmerz,
viel mehr die Lust inne trägt,
Reize über den Körper verteilt,
den Wahnsinn innerlich treibt,
zart und seicht über den Leib.

Strasssteine am festen Knauf,
funkeln im warmen Kerzenschein,
brechen das Licht in seine Farben,
spiegeln es an die weiße Wand,
der Kopf gestreckt in den Nacken,
die Augen fest geschlossen,
gespannt erwartend, erfahren.

Diszipliniert wartend im Jetzt,
den ersten Kontakt erfahren,
der über den Rücken streicht,
ein Pfad, der die Reize zeigt,
hinterlässt eine Frühlingsallee,
kleine Härchen stehen zu Berge,
zitternd aufgestellt, wie gemalt.

Beginnend vom Nacken herab,
jeder Streich erobert etwas mehr,
treibt den Wahnsinn voran,
ein zärtliches Spiel der Hingabe,
von Anfang an ein Unterfangen,
das man nicht entkommen mag,
von Anfang an bis zum Ende.

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Gedichte

5 Sekunden

Ein längerer Wimpernschlag,
Freudenträne an der Wange,
Umarmungen am Bahnsteig,
Wiedersehen nach langer Zeit,
Kuss, der so schön mundet,
toll dich endlich zu sehen,
viel zu lange war es her.

Dieser Moment kurz und fein,
bewegend in die Tiefe gehend,
Erinnerungen zum Tageslicht,
alles noch einmal durchlebt,
Augenblick der Emotionen,
schön und verrückt hinweg,
tanzend wild in den Gedanken.

Noch ein Wimpernschlag,
verführerisch tiefer gehender Blick,
lassen diesen kurzen Augenblick,
als reizende Ewigkeit wirken,
die Zeit in dem Moment spielt,
einem nur was vor, raubt die Sinne,
manipuliert den Verstand.

Die Zeit ist reif für den Moment,
Kandidaten sind ausgewählt,
spielerisches Vergnügen der Sinne,
ein Tanz der bei Dämmerung,
indem Moment nicht zu Ende geht,
nur ein paar Sekunden der Zeit,
alles Ändern kann für die Ewigkeit.

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Gedichte

Sinnesrausch

Weit weg in der Einsamkeit,
Gedanken über mich hinweg,
liegen in der Zukunft und im Jetzt,
so wunderbar durcheinander,
Gedankentanz auf dem Karussell,
alles dreht sich um einen selbst,
nur nicht den Halt verlieren.

Träume schweben nebenher,
durchdringen Wände und Räume,
kennen keine Grenzen um sich,
fliegen kunterbunt wild umher,
keine Regeln, die jetzt gelten,
alles ist erwünscht und erlaubt,
freie Gedanken im Sinnesrausch.

Ziehe mein gedankliches Schwert,
schneide den schönsten Gedanken,
aus der Vielzahl heraus und lebe,
Gefühle werden darauf getrimmt,
den Gedanken bereits zu erleben,
zu erfahren, wie schön er sein wird.

Verletzen werde ich mich nicht.
Es geht tatsächlich um einen selbst,
wie lange liegt das bisher zurück,
Blicke fokussiert auf sich zu lenken,
wertzuschätzen, wie wertvoll man ist,
mit jedem Blick aufs Neue entdeckt,
fast vergessen, wie wichtig das ist,
Sinnesrausch entfaltet sich.

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Silbertropfen

Die Farbe auf der Haut ist weich,
frohes Fest zieht durch die Straßen,
alles ist bunt und geschmückt,
Silber angemalt bis über die Ohren,
dein Kostüm für diesen Freudentag,
Musik schallt aus allen Rohren.

Alle tanzen und sind leidenschaftlich,
vergnügen sich und zeigen ihr Lachen,
hinter jeden Wimpernschlag ist Liebe,
bei jedem tief in der Seele zu sehen,
die Hüften schwingen zur Musik,
alles tanz und lacht nett dabei.

Schweißperlen bilden sich im Gesicht,
als Silbertropfen hängen sie an der Stirn,
perlen an der Wange langsam herab,
berühren dich entlang deines Gesichts,
wie ein Pinselstrich, der gemalt wird,
ein einmaliges Kunstwerk, das man sieht.

Jemanden entdeckt im Freudentanz,
ganz in Gold von oben bis unten,
Körper, die sich näher kommen,
die Schmuckfarben werden gemischt,
welch edle Synergie, die gerade entsteht,
ein wertvoller Anblick in diesem Moment.

Hingabe und Freude vereinen sich,
zelebrieren ihre Leidenschaft miteinander,
genießen alles intensiv für den Moment,
die Sonne scheint und der Himmel ist klar,
wie unscheinbar doch alles begonnen hat,
eine neue Legierung, die einmalig ist.

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Paravent

Wenn du geradestehst, verlierst du den Halt,
hast Ecken und Kanten und füllst den Raum,
trennst manchmal die Welten voneinander,
geschnitzt oder aus geschöpftem Papier,
doch willst du nur mitgestalten, diesen Blick,
geschmückt und verziert, mit Bildern bestückt,
wie es demjenigen beliebt, der dich aufstellt.

Welche besondere Wirkung du doch hast,
teilst einen Raum und stehst völlig frei,
beeindruckst ab dem ersten Moment,
und dennoch verbirgst du hinter dir,
der Blick wird auf das Ganze verwehrt,
Geheimnisse, die du schützt und zeigst,
einen kleinen Blick dahinter gewährst.

Viele Geschichten, die es über dich gibt,
lange gibt es dich und hast vieles verdeckt,
lüsterne Blicke der Fantasie angetrieben,
ein weiteres Wäschestück, das abgelegt,
ein Kostümschauspiel der besonderen Art,
angesehen und auf amüsanterweise erlebt,
die Scham, die sich hinter dir verbirgt.

Kichern und Gelächter, das du erlebst,
Freuden und Trauer so eng aneinander,
bis die Wahrheit an das Tageslicht kommt,
die Aufgabe erfüllt ist, nichts mehr verdeckst,
das Einzige, das bleibt, ist die Erinnerung,
die wohl bleibt, bis man diese verlebt,
schön, dass so manche Tradition bleibt.